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DAS TEAM
DIE TOUR
TAGEBUCH
 
Tag 1: Samstag 10.7.
Tag 2: Sonntag 11.7.
Tag 3: Montag 12.7.
Tag 4: Dienstag 13.7.
Tag 5: Mittwoch, 14.7.
Tag 6: Donnerstag, 15.7.
Tag 7-10: Fr-Mo
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TransAlp 2001: Tagebuch
 
Tag 5: Mittwoch, 18.7.2001
 
 
St. Gertraud (1.519m) - Rabbi Joch (2.487m) - Haslgruber Hütte (2.525m) - Male - Cles - Tuenno - Lago di Tovel (1.178m)
 
 
Abfahrt in St. Gertraut  
Der Himmel ließ an diesem Morgen nicht das Beste hoffen, zumindest nicht, wenn man in die Richtung blickte, in die wir mußten. Aber es hätte schlimmer sein können, denn immerhin war es trocken und nicht soooooo kalt. Nachdem Charly am Vortag über Oberschenkelprobleme klagte, konnte Susanne, die an diesem Tag Autodienst hatte, noch hoffen. Doch nach einer kleinen Testfahrt nach dem Frühstück entschied sich Charly doch, die Etappe mitzufahren. Und so verabschiedeten wir uns von Susi und nahmen den Forstweg nach oben in Richtung Rabbi Joch. Nach einigen Kilometern wurde der Anstieg steiler und der Untergrund grobschottriger, so daß ein Fahren kaum noch möglich war. Die Nebelschwaden verfolgten uns vom Tal aus auf Tritt und Schritt.
 
 
  Fredl, Theo, Charly, Karin,
Stephanus, Markus
Irgendwann wurde der Forstweg zu einem schmalen Pfad und die Bikes mußten getragen werden. Das Wetter wurde immer schlechter und der Wind blies uns eiskalt um die Ohren. Manchmal konnte man in der Entfernung ein Steinmännchen sehen, das uns den Weg deutete. Irgendwann kamen wir an einer vereinsamten Alm vorbei, vor der ein sehr finster blickender Mann mit einem noch finsterer blickenden schwarzen Schäferhund standen und uns sehr mißbilligende Blicke zuwarfen. Fast oben (soweit wir das zumindest bei dem Nebel erkennen konnten) zogen wir uns warm an - bis auf Heinz, der seine lange Hose nicht dabei hatte, da er sie in seiner Tasche am Morgen nicht finden konnte (sie tauchte dann am Gardasee wieder auf - in seiner Tasche!). Deshalb machten wir schnell ein paar Fotos am Rabbijoch (nur zu erkennen durch das Schild) und hofften, daß die Haslgruber Hütte, unsere nächste Anlauf- bzw. Aufwärmstation nicht mehr weit sein konnte!
 
 
Schiebestrecke  
 
  Der Nebel wird immer dichter
So war es dann auch: glücklicherweise fuhr Markus dicht vor mir und erkannte die Hütte, an der ich wahrscheinlich aufgrund des Nebels prompt vorbeigefahren wäre. Irgendwie erinnerte mich das an einen der Schlechtwetter-Skitage in meinem Leben, an denen man völlig durchfroren in eine Skihütte einkehrt... nur diesmal stellten wir anstelle der Snowboards die Räder ab. In der Hütte merkte man recht schnell, daß wir Südtirol verlassen hatten, denn die Hüttenwirte konnten kein Deutsch mehr. Aber wir hatten ja unseren Meisterdolmetscher Theo dabei, und so kamen wir zu Spagetti, Suppe und Tee. Sogar unser Heinz verzichtete freiwillig auf seine obligatorischen Weißbiere und zog 2 Tassen Tee vor - allerdings mit Rum! Der Gedanke daran, wieder ins Freie zu müssen versetzte mich nicht gerade in Hochstimmung, doch ich zog mir tapfer meine Windstoppersocken und alles andere warme Zeug an und wagte mich nach Draußen.
 
Wir hatten nun einen supergenialen Singletrail vor uns. Das machte Spaß und so wurde es uns auch ziemlich schnell wieder warm. Auf einem breiteren Forstweg und anschließend auf einem Alphaltsträßchen ging es dann weiter talauswärts durch einige Dörfer. Irgendwie war das interessant zu beobachten: man muß nur über einen Berg fahren (oder gehen) und plötzlich ist man in einem komplett anderen Landesteil: total italienisch mit Palmen, mildem Klima und richtig südländischem Flair...
 
 
  Heinz mit Steinmännchen
In dem Ort hielten wir Ausschau nach einem Café, doch außer einem Jugendzent-rum war alles wie ausgestorben (die hatten alle Siesta!). Also genehmigten wir uns in der etwas komischen Jugendzentrumsathmosphäre zwischen Kickerkästen unsere Cappos. Wir mußten uns sowieso schnell wieder auf den Weg machen, da wir noch einige Kilometer und Höhenmeter vor uns hatten. Auf einem Radweg kamen wir recht schnell voran - bergauf und bergab bis nach Dimaro. Von dort aus mußten wir zunächst auf einer recht befahrenen Straße und bald wieder auf einem Radweg weiter. Plötzlich entdeckten wir eine Radrennbahn zun unserer Linken und steuerten natürlich sofort darauf zu und drehten eine Runde auf der Tartanbahn!

Da kam gleich ein 6-Tage-Rennen-Feeling auf! Und dann war der Endspurt der heutigen Etappe angesagt: wir befanden uns auf einer Höhe von 600m und wußten, daß unser Zielort, der Lago di Tovel auf 1.200m liegt, oje! Und dann ging es anfangs auch noch bergab bevor eine nicht mehr enden wollende Straße stetig bergauf bis zum Lago di Tovel führte. Stephanus, Theo und Heinz waren sehr schnell aus unserer Sichtweite. Ich hatte leider nicht mehr viele Reserven.
 
Mittagspause mit Spaghetti Eine Runde auf der Radrennbahn Die Sonne kam raus
 
Auf halber Strecke kam uns Susanne mit dem Bus entgegen und dopte uns mit frischen leckeren Erdbeeren, erklärte uns den Weg zur Pension und bereitete uns auf eine, im Vergleich zu den letzten Unterkünften, eher spartanische Version vor. Aber das war uns in diesem Moment ziemlich egal, Hauptsache endlich ankommen! Dann fing es auch noch an zu regnen. Fredl und ich bauten uns währenddessen mit den unterschiedlichsten Abendmenüideen auf.
 
 
Lago di Tovel  
Ziemlich am Ende unserer Kräfte kamen wir endlich zur Pension Lago di Rosso und vernichteten auf der Stelle die Reste des Geburtstagskuchens und die Erdbeeren, bevor wir die Zimmer bezogen. Die familiengeführte Pension war super nett: eine knarzende Holztreppe, die uns auf unsere Etage führte, die Zimmer gerade so breit, daß zwei Betten hintereinander paßten (und ein Schrank daneben) und eine Etagendusche mit heißem Wasser, die uns verhalf wieder einigermaßen fit zu werden. Vor dem Abendessen spazierten Stephanus, Susanne und ich an das naheliegende Seeufer. Es regnete nur noch ganz leicht und die Nebel- bzw. Dunstschwaden lagen gespenstisch über dem See. Eine sehr schöne Stimmung war das... dabei stellen wir ganz schwermütig fest, daß nun schon unsere letzte Etappe vor uns lag. Warum gehen die schönen Stunden und Tage im Leben immer so schnell vorüber?

Nach einem kurzen gemeinsamen Treffen auf der Veranda der Pension gab es Abendessen. Da wurden alle unsere Vorstellungen und Wünsche, die wir während der Fahrt hatten, weit übertroffen: nach einer Vorspeise (Wahl zwischen einer Minestrone oder Spagetti) gab es als Hauptgericht frischen Fisch mit Kartoffeln, Bohnen und Blattspinat. Zur Nachspeise wurde uns ein noch warmer selbstgemachter Apfelkuchen serviert! Lecker, Lecker! An der Bar genehmigten wir uns anschließend noch verschiedene Gute-Nacht-Grappas. Susanne und ich probierten einen Schokoladen-Grappa, waren aber davon eher enttäuscht! Man kann ja nicht immer Glück haben!

Mit der Hoffnung, daß die noch immer nassen Klamotten über Nacht trocknen würden und daß der Regen aufhören würde, gingen wir alle ins Bett und ließen uns von dem lauten Plätschern in den Schlaf bringen ...
 
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Viel Spaß! Grafik & Programmierung by © Karin Rieder 2008 • letzte Änderung 01.02.2008 • Impressum